Case Study - Felbermayr

Mehr als ein ERP-Projekt

Wie eine SAP-basierte ERP-Einführung zum Ausgangspunkt für eine moderne Datenstrategie wurde

Ein Projekt zur Erneuerung operativer Kernsysteme ist für viele Unternehmen ein notwendiges Großvorhaben. In diesem Fall wurde es bewusst anders angegangen: nicht als isolierte Systemeinführung, sondern als strategischer Einstieg in eine ganzheitliche Daten- und Analyse­transformation.

Einleitung – Was war die Aufgabe?

Felbermayr ist ein europäisches Familienunternehmen mit mehreren sich hervorragend ergänzenden Geschäftsfeldern in den Bereichen Transporttechnik und Hebetechnik einerseits und Bauwesen andererseits.
In solchen gewachsenen Unternehmensstrukturen mit mehreren Geschäftsfeldern markiert eine SAP-basierte Transformation einen grundlegenden Wendepunkt – nicht nur für die technologische Landschaft, sondern auch für Prozesse und Arbeitsweisen.
Während sich viele Unternehmen in dieser Phase auf die Erneuerung der Kernsysteme beschränken, wird bei Felbermayr parallel eine moderne, von den SAP-Systemen entkoppelte Datenlandschaft vorbereitet und umgesetzt – bewusst verzahnt mit der ERP-Transformation.

Eine wesentliche Rahmenbedingung dabei:
Das Unternehmensreporting muss während und nach der Transformation stabil, konsistent und verlässlich bleiben – ab dem Zeitpunkt, zu dem bestehende Systeme und die neue, SAP-basierte ERP-Landschaft parallel existieren.

Gleichzeitig sollte diese Phase nicht nur „überstanden“, sondern aktiv genutzt werden:

  • um Transparenz über Systemgrenzen hinweg sicherzustellen
  • um Informationsverluste in der Übergangsphase zu vermeiden
  • und um Datenqualität, Standards und Governance nachhaltig zu verbessern

Die Aufgabe war daher klar – und zugleich strategisch relevant:
Gemeinsam ein tragfähiges Datenkonzept zu entwickeln, das unabhängig von den Releasezyklen der SAP-Systeme funktioniert, den laufenden Betrieb absichert und gleichzeitig die Basis für die Zukunft legt.

Denn für Felbermayr sind Daten längst mehr als ein Nebenprodukt der IT. Sie bilden die Grundlage für modernes Reporting, Automatisierung, KI-gestützte Anwendungen sowie die Analyse integrierter IoT-Daten – und sind damit ein strategischer Erfolgsfaktor für Steuerung, Effizienz und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

„Von Anfang an stand für uns nicht die Technik im Vordergrund, sondern die Frage, wie wir die Umsetzung im Unternehmen wirklich verankern.
Die strukturierte Vorgehensweise, der Fokus auf Befähigung und die Begeisterung für das Thema haben uns Sicherheit gegeben – und das Vertrauen, diesen Weg gemeinsam mit Data Prudentia weiterzugehen.“

Head of IT, Felbermayr Holding GmbH

Kapitel 1 – Die Ausgangssituation verstehen

Der Einstieg in das Projekt erfolgte über unseren Data Readiness Check – ein Service Package, das Unternehmen dort abholt, wo sie gerade stehen. Ziel war es, die Ausgangssituation bei Felbermayr strukturiert, gemeinsam und mit Substanz zu erfassen.

In Workshops mit Fachbereichen, IT und Management haben wir anhand eines klaren Fragenkatalogs beleuchtet, wie Daten heute genutzt werden, wo Abhängigkeiten bestehen und an welchen Stellen im Alltag Reibungsverluste entstehen. Dabei ging es nicht um Bewertungen, sondern um Verständnis: Was funktioniert gut – und wo wird es unnötig komplex?

Der strukturierte Prozess half, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzuführen und ein gemeinsames Bild über Bereiche hinweg zu schaffen. Aus der Ist-Analyse wurden zentrale Herausforderungen sichtbar, unter anderem:

  • eine historisch gewachsene Daten- und Reportinglandschaft
  • unterschiedliche Standards und Zahlenlogiken
  • begrenzte Transparenz über Datenherkunft und Verantwortlichkeiten
  • hohe Anforderungen an Stabilität im Zuge der ERP Transformation

 

 

Beitrag von Data Prudentia: Analyse & Ausgangssituation

  • Durchführung des Data Readiness Checks als strukturierter Einstieg
  • Planung und Moderation von Workshops mit Fachbereichen, IT und Management
  • Entwicklung und Einsatz eines bewährten Fragenkatalogs zur Ist-Analyse
  • Zusammenführung unterschiedlicher Sichtweisen zu einem gemeinsamen Bild
  • Identifikation zentraler Herausforderungen und Handlungsfelder
  • Strukturierte schriftliche Ausformulierung der Ausgangssituation und Ergebnisse
  • Ableitung einer fundierten, faktenbasierten Ausgangslage als Entscheidungsgrundlage

Kapitel 2 – Vom Ist-Zustand zum klaren Zielbild

Ziel der nächsten Konzeptphase war es, die identifizierten Herausforderungen einzuordnen und in eine klare, gemeinsame Zielrichtung zu überführen.

Gemeinsam mit Felbermayr wurde ein konzeptionelles Zielbild für die zukünftige Datenplattform entwickelt. Aus der Ausgangssituation heraus wurden konkrete Anforderungen formuliert – sie beschreiben, was die Plattform künftig leisten muss, fachlich wie organisatorisch.

Ergänzt wurden diese Anforderungen durch Leitprinzipien, die Orientierung für das Wie geben. Sie basieren auf bewährten Best Practices, sind auf die Rahmenbedingungen von Felbermayr zugeschnitten und bilden den verbindlichen Rahmen für konsistente und zukunftssichere Entscheidungen.

Darauf aufbauend definieren methodische Leitlinien, wie die Plattform schrittweise entwickelt wird – mit Fokus auf Zusammenarbeit, Iteration und kontinuierliche Verbesserung.

Das Ergebnis:
Ein tragfähiges Zielbild, das Business, IT und Organisation verbindet und den Übergang von der Strategie in die Umsetzung klar strukturiert.

    Beitrag von Data Prudentia: Zielbild & Strategie

    • Durchführung der Strategischen Datenberatung auf Basis der Analyseergebnisse
    • Übersetzung der identifizierten Herausforderungen in konkrete Anforderungen
    • Entwicklung eines konzeptionellen Zielbilds für die zukünftige Datenplattform
    • Durchführung eines Priorisierungs-Workshops zur Bewertung und Gewichtung der Anforderungen
    • Definition klarer Leitprinzipien (z. B. Single Point of Truth, Standardisierung, Skalierbarkeit)
    • Festlegung methodischer Leitlinien für Vorgehen, Zusammenarbeit und Iteration
    • Schriftliche Ausformulierung von Zielbild, Anforderungen und Leitprinzipien
    • Sicherstellung der strategischen Anschlussfähigkeit an Business, IT und Organisation

    Kapitel 3 – Vom Zielbild zur tragfähigen Datenplattform

    Mit dem konzeptionellen Zielbild war klar, wohin sich die Datenlandschaft entwickeln soll. Im nächsten Schritt ging es darum, dieses Zielbild in eine tragfähige, betreibbare Datenplattform zu überführen.

    Dafür wurde ein technischer Blueprint entwickelt, der bewusst auf Microsoft Fabric aufsetzt – einer integrierten, im Alltag bewährten Datenplattform, die Datenintegration, Speicherung, Analyse und Governance in einem durchgängigen Ökosystem vereint. Für Felbermayr bedeutete das: keine theoretische Architektur, sondern eine funktionierende Referenzplattform, die sich in vergleichbaren Organisationen bereits bewährt hat.

    Auf dieser Basis wurde gemeinsam eine Zielarchitektur für Daten & Analytics konzipiert, die transparent, skalierbar und sicher ist – und gleichzeitig Self-Service und Governance miteinander verbindet. Klare Leitprinzipien wie ein Single Point of Truth, standardisierte Datenprodukte und der Einsatz von Referenzarchitekturen sorgen für Konsistenz, Vergleichbarkeit und langfristige Stabilität – auch während der parallelen ERP-Transformation.

     

    Das Zielbild der Datenplattform umfasst dabei bewusst mehr als Technik. Rollen und Verantwortlichkeiten für Betrieb, Datenqualität und Nutzung wurden klar definiert, Governance-Regeln von Beginn an mitgedacht und in die Plattform eingebettet. So entsteht eine Umgebung, die unabhängig von ERP-Releasezyklen funktioniert und verlässlich betrieben werden kann.

    Ein weiterer zentraler Aspekt war die Befähigung der Organisation. Durch Know-how-Transfer und klare Strukturen werden Fachbereiche in die Lage versetzt, Daten eigenständig zu nutzen – ohne Abhängigkeiten, aber mit klaren Leitplanken.

    Das Ergebnis ist eine anschlussfähige, praxiserprobte Datenplattform, die Menschen, Prozesse und Systeme verbindet – und eine stabile Grundlage für Reporting, Automatisierung und zukünftige KI-Anwendungen schafft.

     

    Abschluss – Klarer Weg in die Umsetzung

    Auf Basis der gemeinsamen Arbeit in der Konzeptphase wurde eine konkrete, realistische Roadmap für die Umsetzung der Datenplattform erarbeitet. Sie beschreibt die nächsten Schritte klar priorisiert, berücksichtigt organisatorische und technische Abhängigkeiten und schafft Verbindlichkeit für alle Beteiligten.

    Die Roadmap bildet damit die Brücke zwischen Strategie und Umsetzung – und stellt sicher, dass die Plattform schrittweise aufgebaut, stabil betrieben und kontinuierlich weiterentwickelt werden kann.

    Als Bestätigung für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit während der Konzeptphase wurde Data Prudentia auch mit der Umsetzung des Projekts beauftragt. Diese erfolgt gemeinsam mit starken Umsetzungspartnern, eng abgestimmt mit den internen Teams von Felbermayr.

     

    Beitrag von Data Prudentia: Blueprint & Umsetzungsfähigkeit

    • Konzeption eines Data Platform Blueprints auf Basis von Microsoft Fabric
    • Ableitung einer bewährten Referenzarchitektur für Plattform und Datenprodukte
    • Definition von Rollen, Verantwortlichkeiten und Governance-Strukturen
    • Beratung zu Betrieb, Skalierung und Unabhängigkeit von den Releasezyklen der SAP-Systeme
    • Vorbereitung des Übergangs von der Konzeption in die Umsetzung
    • Schriftliche Ausarbeitung des Data Platform Blueprints inkl. Betrieb & Governance
    • Aufbereitung der Ergebnisse in einer Management Summary
    • Präsentation der Ergebnisse und Roadmap im Managementkreis

    Besonders wichtig war dabei von Anfang an der Fokus auf die Menschen im Unternehmen – nicht auf Technologie um ihrer selbst willen.

    Mit einer klaren Roadmap, einer bewährten Plattformbasis und einer befähigten Organisation sind nun alle Voraussetzungen geschaffen – der Umsetzung steht nichts mehr im Weg.

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